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Singles, Alben und Compilation

 

 

David May klaut an allen Ecken und Kanten

Vom 8. März 2009.

David May - SuperstarMusikalischer Diebstahl auf unterstem Kommerz-Level“. Mit diesem Satz lässt sich grob umreißen, was der Produzent, Deejay und Textschreiber David May seit Freitag, dem 6. März, verkaufen will. Unter dem Namen „Superstar“ ist sein Song beim deutschen Label Kontor erschienen. Der Zusammenklau aus alten und neuen bekannten Liedern geht dabei weit über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus.
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Der Traum eines jeden Deejays wird es sein, dass er so schnell wie möglich Geld mit seinen Produktionen verdienen kann. David May, seines Zeichens Songschreiber, Produzent und Diskjockey, hat kürzlich genau davon geträumt. Vergangenen Freitag veröffentlichte er dann über das bekannteste deutsche Label für elektronische Musik Kontor seine erste Single „Superstar“, eine Gemeinschaftsarbeit mit den Sängern Duane Harden (Stimme im Song „U Don’t Know Me“ von Armand van Helden aus dem Jahr 1999) und Moises Modesto.

David May feat. Moises Modesto – Superstar (2009)

„Superstar“, ein Songtitel, der auf den ersten Blick nicht unbedingt ungewöhnlich erscheint. Spätestens beim Hören des Liedes, lässt sich vermuten, warum gerade dieser Name gewählt wurde: das Stück besteht nämlich komplett aus Elementen und Loops von bereits bekannten Musikern, einschließlich Eric Prydz, Guru Josh Project und Scotty. Das Hauptthema von „Superstar“ stammt zudem aus dem Lied „Bitter Sweet Symphony“ (1997) von der englischen Rockband The Verve um Sänger Richard Ashcroft. Allerdings muss ich May lassen, dass er es geschafft hat, viele unterschiedliche Stile verschiedener Künstler in ein einziges Lied zu packen, sodass dieses sogar sehr harmonisch wirkt.

Ist alles nur Fassade, schau mal genauer hin…“ sang vor nicht allzu langer Zeit Adel Tawil vom deutschen Pop-Projekt Ich+Ich in seinem Lied „Stark“. Genau dieser Satz trifft auch auf „Superstar“ zu. Zu Beginn des Tracks erklingt ein gewöhnlicher Bass mit dennoch guter Durchschlagskraft. Spätestens beim Break stammt dann aber nix mehr aus der Feder von David May. Es ertönt die Melodie aus „Bitter Sweet Symphony“ und der an Eric Prydzs “Call On Me” erinnernde Gesang setzt ein. Diese Elemente verschmelzen miteinander, steigern sich allmählich und enden schließlich in einer Bassline, die eine Kombination aus der von „Infinity 2008“ vom Guru Josh Project und Scottys „Pirates Of The Caribbean (Dave Darell Remix)“ bildet.

Ob David May dadurch jetzt allerdings zum Superstar wird oder nicht, ist fraglich. Sein aktueller Song fällt bei mir jedoch zwecks offensichtlicher Kommerzmache kompromisslos durch. Die Textzeile „denn das ist Alles nur geklaut, das ist alles gar nicht meine …“ brachte den Prinzen einen gigantischen Erfolg. David May versucht nun mit der praktischen Umsetzung dieses Zitats zu Geld zu kommen. Meiner Meinung nach ziemlich plump und einfallslos. Nicht eine einzige Stelle habe ich in „Superstar“ finden können, die halbwegs innovativ und neu wäre. Absolute Nullnummer!



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Redaktion: Suleymann

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