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QTom – your music rules!

Vom 20. Januar 2010.

QTomAls “Das erste interaktive Musikfernsehen” bezeichnen die Hamburger Macher ihr Musikvideo-Portal QTom.tv. “Der Zuschauer kann erstmalig live in das TV-Musikprogramm eingreifen und dieses einfach nach eigenen Vorlieben bestimmen und verändern”, titelte die Presse im September 2009. Aber wie individuell und vielfältig ist QTom wirklich?

Beim ersten Betreten der Seite fällt direkt auf, dass es wohl durchaus einen Sinn hat, wenn auf dem eigenen Rechner der Silverlight Player von Microsoft installiert ist. Ansonsten bleibt die Leinwand bis auf Weiteres dunkel. Ein Link zum direkten Download befindet sich allerdings sehr gut platziert auf der Startseite. Die Installation gestaltet sich einfach und unkompliziert. Das Plugin weiß, wo es hingehört. Nach dem Neuladen der Seite beginnt auch direkt die Musik zu spielen.

Völlig unklar ist dabei allerdings, nach welchem Algorithmus vorgegangen wird. Ein willkürlich ausgewählter Song wird im oberen Player-Fenster geöffnet. Darunter befinden sich vier weitere Titel in der Vorschau mit Band- und Titelbezeichnung.

QTom HauptseiteDer Player als solches ist schlicht gehalten. Das “i” für Information blendet auf Klick sanft die Titelinformationen ein und nach einer gewissen Zeit automatisch aus. Die “Play-Pause”-Taste tut ihren Dienst bestens und auch das nächste Video wird durch Drücken auf den entsprechenden Button zuverlässig geladen. Sehr gelungen ist die Vollbildfunktion. Das Video wird so skaliert, dass es entweder in der Höhe oder der Breite (abhängig vom Videoformat) den kompletten Bildschirm ausfüllt. Am unteren Bildschirmrand erscheinen dezent die Bedienelemente des Players. Hier fällt allerdings gleich auf, dass es keinen Fortschrittsbalken gibt. Der Videobetrachter sieht also nicht, an welcher Stelle im Lied er sich gerade befindet. Darüber hinaus kann jeder Song (vermeintlich) nur einmal abgespielt werden. Mehr dazu später.

An Bild und Ton lässt sich nicht viel tadeln. Die Audioqualität der einzelnen Videos ist gut bis hervorragend und die Bildqualität kann in den von mir gesehenen Clips als befriedigend bis sehr gut eingestuft werden. Und das sogar im Vollbildmodus.

QTom GenresBei der Betrachtung der Musikrichtungen beziehungsweise Genres muss ich feststellen, dass hierbei an nahezu alles gedacht wurde. Die Hauptmusikarten Pop, Rock, Hip Hop & R’n'B und Elektro Dance erreichen im Großen und Ganzen ein sehr breites Publikum. Mit einem Klick auf das jeweilige Genre öffnen sich vier der zugehörigen Vorschaubilder zu den Videos und der erste Clip startet automatisch. Auch hier muss ich feststellen, dass die Wahl der jeweiligen Videos serverseitig völlig zufällig und ohne Einfluss des Anwenders geschieht.

QTom Q-me!“Q-me!” heißt die Fernbedienung von QTom, die letztlich die Einstellungen für den individuellen Musikgeschmack regelt. Mit dem ersten Rad lässt sich das Zeitalter auswählen: “Classic” steht dabei für alte “New” für neue Musik. Am zweiten Regler lässt sich die Geschwindigkeit von “Slow” (langsam) bis “Fast” (schnell) festlegen. Der dritte Drehknopf dient schlussendlich der Konfiguration des Bekanntheitsgrades. “Insider” sind dabei weitestgehend unbekannte Songs wohingegen “Hits” erfolgreiche Chartstürmer darstellen.

QTom ReglerMit einem Klick auf das Häkchen werden die gewählten Einstellungen übernommen. Es wird jetzt serverseitig eine Zusammenstellung an Videoclips generiert, die den eben gesetzten Kriterien entsprechen. Dabei fällt erneut auf, dass das erste Video sofort startet und die nächsten vier Titel bereits in der Warteschleife als Vorschau zu sehen sind. Das ist Musik nach eigenem Geschmack, sollte man meinen.

“Der Zuschauer kann erstmalig live in das TV-Musikprogramm eingreifen und dieses einfach nach eigenen Vorlieben bestimmen und verändern“. Und genau das geht eben nicht. Trotz der einfachen und sinnvollen Konfigurationen sind dem Anwender irgendwie die Hände gebunden. Er kann im wahrsten Sinne des Wortes nur zusehen, was passiert. Es lassen sich keine Playlisten anlegen, es kann kein Titel erneut von vorn abgespielt werden und auch die Reihenfolge der vom Server vorgegeben Titel lässt sich nicht beeinflussen. Hat sich der Benutzer einmal dazu entschieden einen Song zu überspringen, ist er weg. Gleiches gilt für das Überspringen eines Titels aus den vier folgenden. Wenn der letzte der vier Songs aus der Warteschlange ausgewählt wird, schieben sich die drei vorhergehenden ebenfalls aus der Playliste. Ein riesengroßes Manko ist die fehlende Suchfunktion. Als Surfer kann ich faktisch nicht gezielt nach meinem Lieblingssong suchen. In der heutigen Zeit ein unverzeihliches Defizit.

Ein sehr schönes Feature sind die sogenannten Specials von QTom. Derzeit stehen Blank & Jones, Bela B und Kool Savas zur Auswahl, die jeweils wie in einer Fernsehsendung Hintergrundinformationen zum folgenden Clip geben. Diese Art der Unterhaltung ist derzeit einmalig. Der Betrachter fühlt sich wie vor dem Fernseher bei VIVA oder MTV nur ohne nervige Werbung und Handy-Klingeltöne.

Das QTom-Fazit von electronic-base.de
Positiv:
- Einmaligkeit
- optisch schöne Aufmachung
- Übersichtlichkeit
- Bedienerfreundlichkeit
- gute/sehr gute Bild- und Tonqualität
- gute Vollbildanpassung
- großes Videobouquet
- schöne Specials

Negativ:
- Installation von MS Silverlight als Videoplayer nötig
- keine Suchfunktion
- Erstellen von Playlisten nicht möglich
- Sprung im Lied nicht möglich/fehlender Fortschrittsbalken im Song

Zum Schluss sei noch angemerkt, dass das Projekt QTom erst im September des vergangenen Jahres ans Netz gegangen ist, sodass die Seite von Perfektion noch weit entfernt ist. Die Idee ist großartig, die Umsetzung bisweilen eher schwach. Wir sind gespannt, was uns von Seiten der Hamburger in Zukunft noch erwartet. Eine Playlist-Funktion und die gezielte Suche nach Songs sollten dringende Schritte in der kommenden Zeit sein.

  • weitere Informationen:
  • QTom

Redaktion: Suleymann

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